another self separation / artport berlin wedding (2010/2011)



Installationview another self separation at artport, Berlin Wedding - Inkjet-Prints on sandpaper, DIN A 4, fixed with magnets and nails

 

Installation Details
 

Über die Sandpapierarbeiten im Allgemeinen

Durch meinen Vater, einem ambitionierten Amateurfotografen, wuchs ich mit der Fotografie auf und beschäftige mich somit nicht erst seit meines dreijährigen Studiums der essayistischen Fotografie an der fas.Akademie in Berlin mit diesem Medium; Fotografie hat mich immer umgeben und von klein auf geprägt.

Die stark verbreitete Perfektion innerhalb der Fotografie, die sich mit der Digitalisierung des Bildes noch verschärft hat, begann ich schon früh zu hinterfragen und wollte mich mit den vorgeblichen Regeln in Hinblick auf die kostenintensive Verarbeitung und zumeist kommerzielle Präsentation nicht zufrieden geben.

Ich fing an, auf unterschiedliche Papierträger zu drucken, die im alltäglichen Leben zu finden sind und eine bestimmte Funktion haben, beispielsweise Seidenpapier oder eben Sandpapier – mir gefiel die Tatsache, dass sich eine Fotografie nicht einfach darauf drucken lässt. Ich musste zunächst ein eigenes Verfahren entwickeln um ein entsprechendes Resultat zu erzielen, wobei meine Technik bis heute Raum für materialbedingte Ungewissheiten lässt.

Seit 2010 beschäftige ich mich ich aufgrund seiner faszinierenden Struktur und Widersprüchlichkeit mehr und mehr mit den unterschiedlichen Varianten (Körnungen und Farben) des Sandpapiers : rau, kratzend, widerspenstig - und je nach Lichteinfall stark glitzernd und glamourös anmutend.

Neben der Erforschung der Materialien und Verfeinerung meiner Technik erstelle seit vielen Jahren Selbstporträts, um sowohl mich selbst als Künstlerin und Individuum innerhalb der Gesellschaft als auch die wechselseitige Einflussnahme von Gesellschaft und Einzelperson zu hinterfragen. In meinen Arbeiten „another self separation“ und „another self junction“ zeige ich Selbstporträts, die ich auf Sandpapier gedruckt habe. Der brutale Prozess des Druckverfahrens ist hier nicht zufällig gewählt sondern soll als Veranschaulichung eines gnadenlosen und oft verzerrten Selbstbildnisses innerhalb unserer Gesellschaft dienen.